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Mollath war nur ein Ausschnitt - Schein und Wirklichkeit in Psychiatrie und Psychologie.

 

Vorwort: Auf der Webseite von Gustl Mollath steht "Jeden von uns kann es treffen". Meine eigenen Recherchen und Erfahrungen zeigen: Das ist durchaus nicht übertrieben. In Psychiatrie und Psychologie herrschen pathologische Zustände und diese Zustände strahlen auf andere Bereiche aus. Viele Dinge sind in letzter Zeit ans Tageslicht getreten, die zuvor mangels Bekanntheit oder Unglaubwürdigkeit keine Beachtung gefunden hätten. So gesehen ist der Fall Mollath ein Glück für uns alle. Aber: Noch hat sich im System nichts verändert. Stattdessen gibt es erhebliche Tendenzen, die Probleme auf Einzelfälle oder lokale Justizprobleme zu reduzieren. Doch davon kann keine Rede sein.
Im Laufe meiner Recherchen konnte ich zweifellos feststellen, daß das, was ich auch persönlich erlebt hatte, hierzulande im grossen Stil abläuft. Die Dimensionen lassen dabei das Wort "Skandal" stark untertrieben erscheinen. Diese öffentliche Dokumentation soll ihren Beitrag dazu leisten, Schlimmeres zu verhindern. Zunächst zu den Hintergründen:

Der Rubel bei der Pharmaindustrie rollt: Damit Kinder in den Staatsschulen besser funktionieren, verschreiben ihnen Psychiater Betäubungsmittel. Erwach- sene Menschen werden seit neuem Bundestagsbeschluss von 2013 zwangsmedikamentiert. Das ist zweifellos ein Grundrechtsverstoß, denn niemand wird durch solche Chemie geheilt, allenfalls unterdrückt sie Symptome und erzeugt selbst diverse Symptome und Folgen.

Neuroleptika verursachen beispielsweise allgemeine motorische Unruhe bis hin zur Unfähigkeit, still sitzen zu können (Akathisie, auch Sitzunruhe genannt). Ebenso verursachen sie die Dyskinesia tarda oder Spätdyskinesie, bei der beispielsweise  Hyperkinesen der Extremitäten oder sogenannte Tics auftreten, was wiederum u.a. als Tourette-Syndrom, eine neuropsychiatrische Erkrankung, fehlgedeutet werdet kann und von diversen Erkrankungen differentialdiagnostisch abzugrenzen ist. Auch krampfartiger Lidschluss (Blepharospasmus) tritt hierbei beispielsweise als Nebenwirkung oder als Symptom von Krankheiten auf. Für die Spätdyskinesie als medikamentöse Folge wird dann wiederum neue Pharmachemie, z.B. Tiaprid, Tetrabenazin oder Tizanidin, mit neuen Nebenwirkungen, eingesetzt.

Auch verstärkter Speichelfluss (Hypersalivation) bzw. "Sabbern" als Folge - in anderem Zusammenhang klar als Symptom einer Vergiftung gewertet - wird als "Nebenwirkung" einiger Pharma-Präparate in Kauf genommen. Dass sich wiederholende, unfreiwillige Bewegung des Mundes und des Gesichts mit Grimassenschneiden, Schmatzen, häufigem Zungeherausstrecken, Mundspitzen oder Backenaufblasen, ggf. kombiniert mit nervösem Füssetrippeln (=sämtlich Folgen der Neuroleptika-Behandlung bzw. Dyskinesia tarda) u.a. massiv sozial stigmatisieren und ausgrenzen, dürfte verständlich sein.  Ebenso dürfte nachvollziehbar sein, daß sie als "psychisch krank" (obwohl reine Nebenwirkung der Neuroleptika) fehlgedeutet werden. Die Nebenwirkungen ihrer verabreichten Pharmachemie können selbst von Ärzten leicht als "krankhaft" fehlgedeutet werden, da dies ja selbst für gewöhnliche Tätigkeiten ("krankhafter Schreibzwang", Rosenhan-Experiment, vgl. u.a. "Bestätigungsfehler") nachgewiesen wurde.

Dies sind nur Beispiele. Wegen erheblicher Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen (z.B. auch Übergewicht, Diabetes, epileptische Anfälle, Agranulozytose, Parkinsonismus (Beeinflussung der Gehirnfunktionen) bis hin zu Krebs etc.pp.), aber auch vielfältiger Wechselwirkungen der Psychopharmaka bewirkt es Qualen, Erniedrigung und nicht selten lebensgefährliche Risiken für Menschen (vgl. Buch: Normal, Allen Frances u.a.), an denen mit solchen chemischen Substanzen demzufolge regelrecht Experimente am Menschen bzw. Menschenversuche vollzogen werden. Menschenversuche mit Staatslegitimation also, s.o., was auch in folgender Aussage hinsichtlich sogenannter "atypischer Neuroleptika" zum Ausdruck kommt:

"Die Erfahrungen mit den neuen Substanzen [Anm.: d.h. im Menschenversuch] reichen jedoch bisher über vergleichsweise wenige Jahre; noch lassen sich z.B. keine zuverlässigen Aussagen zu den Spätdyskinesien [Anm.: schwere Folgeerkrankung, siehe oben] machen. Andere Nebenwirkungen (Übergewicht, kardiovaskuläre Probleme als Folge metabolischer Störungen) sind in ihrer Wertigkeit ebenfalls noch schwierig einzuschätzen. Damit ist die Präferenz atypischer gegenüber konventionellen Neuroleptika zwar vertretbar, aber keineswegs schon generell zwingend."

Siehe hier am Ende des Textes unter "Zusammenfassende Beurteilung". Dazu kommen Zwang, Gewalt und Angst durch die laufend mögliche Willkür und quasi Vollmacht des Personals, welches die Psychopharmaka auch als intramuskuläre Injektion zur Verfügung hat.

Sind solche Beschlüsse des Bundestages verwunderlich? Neben den meisten Ärzten sind auch die Politiker längst in der Hand der Pharmalobby, und wissen nicht mehr, was sie dagegen tun sollen. Genauso die Kriminalpolizei (s. ab min.: 37:20). Deshalb nützen Einwände weniger Politiker, wie von Jörn Wunderlich (die Linke), da nichts. Auch auf Ärzte wie Dr. Martin Zinkler, Chefarzt der Psychiatrie im Klinikum Heidenheim, die das aus Erfahrung gar nicht für sinnvoll halten, hörte man folglich nicht. Aber wie sollte dem abgeholfen werden, die Bestechungsgeschenke der Pharmaindustrie an die Ärzte haben ja sogar den Segen des Bundesgerichtshofs. Der Staat ist von Lobbyisten unterwandert und durchdrungen, tödlich infiltriert. Doch bei weitem nicht nur in der Pharmaindustrie.

Die Infiltration ist so endgültig, daß auch investigative veröffentlichte Recherchen wie  "Wahnsinn wird normal" von Jörg Blech im Spiegel, oder preisgekrönte Dokumentationen wie "Das Pharmakartell" von Christian Esser und Astrid Randerath in Frontal21,  im Mainstream verhallen. Selbst wenn aus Kreisen der Psychiater und Psychologen, wie von Allen Frances oder Peter Breggin (s. ab Min. 2:30) oder dem Psychologen und Ex-Pharmamanager Dr. John Virapen deutlich gewarnt wird.

Diese warnen davor, daß selbst die Diagnosegrundlage der Ärzte (DSM-V und ICD-10) längst von der Pharmaindustrie unterwandert ist, daß deren Kriterien "aufgeweicht" oder "beliebig anwendbar" formuliert werden, oder daß Menschen dort als "geisteskrank" definiert und stigmatisiert werden, die es gar nicht sind. Dabei hat Frances das "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders", die "Psychiater-Bibel", welche Grundlage auch für die ICD-10 ist,  zuvor selbst mitgeschrieben.

Doch nichts geschieht. Das hat natürlich Folgen und wird durch weitere Umstände begünstigt und ergänzt:

Titelgläubigkeit bindet nicht nur intellektuelle Ressourcen oder fördert Plagiatismus, sondern hat gegenüber Psychiatern und Psychologen eine fatale Reife erreicht: Wie heute diesen gegenüber, so war es vor gut 100 Jahren gegenüber dem Militär bestellt. Der Hauptmann von Köpenick öffnete den Menschen damals die Augen. Leider hat der neue "Hauptmann von Köpenick" alias "Dr. med. Gert Postel, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie", faktisch leitender Oberarzt in Zschadraß u.s.w. , nie die Bekanntheit des Berliner Originals erlangt: Die vielen angefertigten psychiatrischen Gerichts-Gutachten des gelernten Postboten ohne Abitur, Medizinstudium oder Fachweiterbildung zurückzuziehen, dazu bestand überhaupt kein Anlaß - wie der Vorsitzende Richter im 1. Strafsenat des BGH, Armin Nack, vor Jura-Studenten der Uni Passau  bestätigte. Seine Gutachten waren nämlich "besser, als bei den gelernten Psychiatern."  Wie Bitte?!?

Postel selbst sagte: "Psychiater sind übrigens sprachakrobatisch sehr gewandte Leute, die in ihren Gutachten jeweils auch das Gegenteil und das Gegenteil vom Gegenteil völlig plausibel begründen können. Plausibilität aber sagt über den Realitätsgehalt noch gar nichts. Ich habe mich während meines Rollenspiels oft als Hochstapler unter Hochstaplern gefühlt." 

Man bedenke: Es geht Postel hier um durch Sprachgewandtheit und Fachjargon erzielten scheinbaren Wahrheitsgehalt, der auch geglaubt wird, obwohl aber Validität und Verifizierbarkeit tatsächlich fehlen. Dies wird begünstigt durch eben die o.g. Titelgläubigkeit.

Manche Kollegen räumen die Beschränktheit ihres Fachs sogar offen ein: Aufmerken lässt diesbezüglich die Sendung  "Unschuldig in Haft - Wenn der Staat zum Täter wird" (Film von Jan C. Schmitt). Dort geht es u.a. um die Aufarbeitung des Justizirrtums um den Gymnasiallehrer Horst Arnold, der von einer Kollegin fälschlich wg. "sexuellem Mißbrauch" angezeigt wurde. Ralf Wolf, Ärztlicher Direktor in der forensischen Psychiatrie Hadamar, ist dort entwaffnend ehrlich: Nachdem man dem vermeintlichen Vergewaltiger, Horst Arnold zuvor verleumderisch "charakterliche Verwahrlosung" und "schwere seelische Abartigkeit" bescheinigte, sagte Herr Wolf auf Nachfragen:

(Min.: 17:30) "Es liegt nicht in der Kompetenz der Klinik, ein Gerichtsurteil anzuzweifeln. Wir gehen davon aus, daß das, was das Urteil beinhaltet, den Tatsachen entspricht." Sprecher: "In diesen Therapien ist Unschuld also nicht vorgesehen."

(Min.: 20:00) Frage an Ralf Wolf: "Wenn eine ganze Horde von Psychologen in verschiedenen Therapien sich intensivst mit dem Seelenkostüm von Herrn Arnold beschäftigt, und dann auch das ganze beurteilt, daß nicht Einer mal auf die Idee kommt: "Er hat diese Tat nicht begangen..."

Ralf Wolf: "Das ist eine Situation, die uns nicht unvertraut ist. Das kommt immer wieder vor; wir können nicht differenzieren, ob jemand die Wahrheit sagt, oder aber ob er eine bestimmte Situation vermeiden will. Diese Möglichkeit haben wir nicht, auch nicht als Psychologen oder Psychiater."

Der Interviewer stellte daraufhin die richtige Frage: "Was taugt denn dann die ganze Psychologie?" Antwort: "Ja...(Stimme bricht)...die Therapie eröffnet einem Patienten die Möglichkeit, sich zu verändern. Das ist Therapie." Sprecher: "Aber wozu soll sich ein Unschuldiger verändern?" 

Sein Kollege Norbert Leygraf, Leiter des Instituts für forensische Psychiatrie in Essen, bestätigte diese Worte. Er gab im Spiegel-Interview offen zu, daß ebenso auch reale Rückfall-Prognosen für die Psychiater unmöglich sind.

Man kann im Interview deutlich spüren, wie schwer es Herrn Wolf gefallen sein muss, die Wahrheit zu sagen. Und so betrachtet bin ich insbesondere Herrn Wolf sogar dankbar für diese ehrlichen Worte. Wer redet aus dieser Zunft sonst Klartext, wie es hier getan wurde? Diese Worte sind so ehrlich und wichtig, daß sie mit Gold nicht aufzuwiegen sind. Und doch: Sie verschwinden in irgendwelchen Interviews und der Mainstream kennt sie doch nicht. Die Herren und Damen in Psychiatrie und Psychologie wissen es seit langem genau: Der menschliche Geist ist zu komplex und "Die Gedanken sind frei". Schon Hoffmann von Fallersleben wusste es, doch der Psycho-Zunft ist es gelungen, die Menschen durch vorgegaukelte Künste, fern jeder Validität und Verifizierbarkeit in ihren Bann zu ziehen. Menschenkenntnis, genaue Beobachtung nonverbaler Kommunikation, und mehr oder weniger kluge Fragen. Das ist  ihr entscheidendes Handwerkszeug.

Dies ist auch der Grund, weshalb erstens Gert Postel nicht von Kollegen als falscher Psychiater enttarnt werden konnte, und zweitens, weshalb Gert Postel, der gelernte Postbote, alias "Dr. med. Gert Postel, Facharzt für Psychiatrie",  tatsächlich der "bessere Gutachter" sein konnte: Auch er kann das o.g. und seinen gesunden Menschenverstand anwenden! Alles kein Wunder also, und gekocht wird auch hier nur mit Wasser.

Genauso ist dies der Grund dafür, weshalb unter Psychiatern und Psychologen - je nach "Sicherheitsbedürfnis" der Gesellschaft - die zunehmende Tendenz besteht, selbst vermutlich ungefährliche Ex-Straftäter lieber noch länger einzusperren (s. ab. Min.: 08:00-12:30). Aufgrund eigener Beschränktheit kann man sich ja nicht sicher sein! Das bestätigen zwei Studien:

1.) Gemäß einer Studie der Universität Bochum von 2008, in der 89 im Gefängnis sitzenden Straftätern von Gutachtern eine "allerhöchste Gefährlichkeit" bescheinigt wurden und diese dann aus rechtlichen Gründen freigelassen werden mussten, wurden davon drei einschlägig mit vergleichbaren Straftaten rückfällig. In sechsundachtzig von 89 Fällen hatten die Gutachter sich getäuscht. Siehe hier. Es liegen hier also über 96 % Fehlerquote vor.

2.) In einer wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Michael Alex aus 2010 wurden 77 Straftäter untersucht. Auch hier wurden nur 5% Rückfallquote im Deliktbereich schwerer Straftaten ermittelt. Bescheinigt wurden aber allen Straftätern "höchste Gefährlichkeit". Auch in dieser Studie liegen also 95 % Fehlerquote für die erstellten Gutachten vor. Siehe hier.

Im Klartext:  In unklarer, immens hoher Zahl und jahrelang, ggf. bis zum Lebensende (Zeitdauer unbekannt) werden hierzulande Menschen  - obwohl sie ihre Strafe längst abgesessen haben - auf Basis solcher "Gutachten", für die der Name "Schlechtachten" noch beschönigend wäre, zu Unrecht in Gefängnissen verwahrt. Um das ganze noch abzurunden: Die Tausende Kosten je Gutachten werden dann noch (nach meinen Informationen 80-130 Euro je Seite) vom Staat oder den jeweils Betroffenen bezahlt.

Einerseits ist es vorteilhaft für die Herrschaften, wenn die Öffentlichkeit glaubt, sie wären in der Lage, den Menschen "in den Kopf zu sehen". Schliesslich ist es auch sehr lukrativ, sind es doch Tausende von Euros je Gutachten. Andererseits aber fürchten viele die Öffentlichkeit, wenn ihre Prognose falsch ist. Folge: Durch vorgegaukelte Fähigkeiten werden Menschen in Gefängnissen und Psychiatrien z.T. lebenslang weggesperrt, oder auch zwangsmedikamentiert. Nicht anders im Familienrecht: Vor allem Väter verlieren durch solche ihre Kinder, und Kinder zumeist ihre Väter. Was ihre Pflicht wäre, nämlich die realen, nur eingeschränkten Möglichkeiten von Psychologie und Psychiatrie offenzulegen und damit der Gesellschaft den Schleier zu nehmen, das geht gegen sie selbst. Darum tun sie es nicht.

Die Damen und Herren aus der Psycho-Zunft wissen es also. Richter wie Herr Nack (s.o.) wissen das wohl mehr oder weniger auch, aber sie sind seit Jahren darin verstrickt. Und viele andere haben es wohl zumindest geahnt, aber ähnlich dem Märchen "des Kaisers neue Kleider" sich nicht getraut, etwas zu sagen. Darum widme ich dem Thema diese Zeilen. Wie weit diese verblendete Titelgläubigkeit und die Macht der Psychiater tatsächlich reicht, das zeigt auch der Fall des Teppichhändlers Eberhart Herrmann aus München. Zum Glück war Herr Herrmann Millionär, denn:

Er brauchte 15 Jahre, zehn Fachärzte und 500.000 Euro, um die simple Willkür einer einzigen psychiatrischen "Koryphäe" rückgängig zu machen: Prof. Dr. Hans-Jürgen Möller (LMU München) erklärte Herrmann auf Basis einer fremdanamnestischen Ferndiagnose und rein hypothetischer Behauptungen ("Ich sehe, daß sie krank sind") für psychisch krank. Eberhart Herrmann musste in die Schweiz flüchten und führte dann seinen langen Kampf, bei dem gegenteilige Aussagen anderer Fachärzte für Psychiatrie vor Gericht lange Zeit quasi "bedeutungslos" waren. Eberhart Herrmann sagte im Spiegel-Interview: "Es geht um das System, ich bekämpfe die Mißstände in der Psychiatrie (...) Die meisten Menschen haben doch gar nicht die Möglichkeiten, sich zu wehren. Allein finanziell würden die das gar nicht durchstehen. Die sterben hinter den Kliniktüren den bürgerlichen Tod. Kein Arzt stellt sich doch gegen so eine Koryphäe wie Professor Möller." 

Aber: Was lernt die Gesellschaft, was lernt die Psychiatrie oder Psychologie aus all dem? Stellt sie sich selbst in Frage? Verändert sie sich ernsthaft? Werden jetzt keine Menschen mehr auf Basis solcher hypothetischen "Gutachten" ohne Beweise, oder gar per Ferndiagnose, weggesperrt, stigmatisiert, verleumdet oder verlieren ihre Kinder? Mein Eindruck ist leider: Nichts hat sich verändert. Wie in obigem Link über Ex-Straftäter in Sicherungsverwahrung die Psychotherapeutin Schulte-Sasse, so versuchen auch andere Kollegen aus der Psychiaterzunft medienwirksam den Mißbrauch auf Einzelfälle herunterzuspielen. Dabei ist doch Anhand obiger Aussagen und Fakten schon belegt, daß man gar nicht in der Lage ist die Menschen verlässlich zu beurteilen. Da es trotzdem laufend geschieht, sind "Einzelfälle" geradezu abwegig - stattdessen sind Fehlgutachten offenbar die Regel.

Daß leider auch bewusster Mißbrauch betrieben wird (weil das System mangels Kontrolle geradezu dazu "einlädt") sieht man nicht nur am Beispiel Mollath oder Herrmann, sondern auch der Steuerfahnderaffäre. Selbstverständlich mit hoher Dunkelziffer, was in o.g. Zusammenhängen begründet liegt. Anscheinend geht alles mehr oder weniger weiter wie gehabt. Ich selbst durfte solchen Mißbrauch bei Gutachtern im Familien- und Strafrecht in zwei von drei Fällen erleben, wobei der Psychologe im einzigen positiven Fall kein Gutachten im eigentlichen Sinne anfertigte, sondern nach der Exploration auf eine Einigung hinwirkte. Auch eine fernanamnestische "Diagnose"stellung, die familiengerichtlich verwertet wurde, war bei den anderen mit dabei. O Wunder, man kennt es ja schon vom Fall Mollath. "Einzelfälle" - und die Erde ist eine Scheibe.

Man hegt vielleicht die  Hoffnung, daß die anderen Mollaths unbekannt bleiben. Denn, so Anwalt Strate: "Es gibt viele unbekannte Mollaths, die sich keinen Anwalt leisten können." Und ihre Hoffnung ist begründet: Allein die Süddeutsche Zeitung musste über 60 (!) Artikel zum Fall schreiben, bevor sich bei der Regierung irgendetwas relevantes bewegt hat. Und selbst dann war es dem zuständigen Gericht nicht zu peinlich, die vorherigen Machenschaften auf 113 Seiten noch zu rechtfertigen.

Dabei wird ein weiteres Problem deutlich: Auch diese Unwahrheiten haben wieder Folgen, denn es kommt zu Verwicklungen mit der Justiz, die sich ja solcher Gutachten bedient, gleichzeitig aber ihre Entscheidungshoheit möglichst nicht abgeben will. Die langjährige Psychiaterin und Gerichtsgutachterin Hanna Ziegert berichtete in der Sendung "Beckmann", wie dieser Umstand im Familien- und Strafrecht seine Blüten treibt

Eines sollte dabei doch klar werden: Hohe Ämter, Titel oder Studiengänge, weiße oder schwarze Umhänge oder Roben schützen nicht vor menschlicher Charakterschwäche! Auch unter solchen finden sich kommerzielle Motive; Fleiß oder aber Faulheit; Mut oder Ängstlichkeit; Gewissenhaftigkeit oder Gewissenlosigkeit; ideologische Überzeugungen; Weiterbildungsbereitschaft oder deren Mangel; Bereitschaft oder Nicht-Bereitschaft zur Selbstkritik; Narzissmus; Geltungssucht; Skrupel(-losigkeit); Ehrgeiz; Habgier; Machtbesessenheit. Menschliche Eigenschaften, die die Psychiater selbst z.T. als "krankhaft" bezeichnen und mit Psychopharmaka "behandeln" würden.

Ich will deutlich machen, daß insbesondere die Psychologie durchaus ihre Berechtigung hat, denn Studien wie das "Monopoly-Experiment" von Paul K. Piff, der sogenannte Rosenthal-Effekt nach Robert Rosenthal und Leonore Jacobson, oder das Rosenhan-Experiment von David L. Rosenhan sind der Menschheit überaus dienlich und ich möchte sie nicht missen. Insbesondere die Ergebnisse des letzteren sollte für die Damen und Herren von der Psychologie und insbesondere Psychiatrie allerdings zur Pflichtlektüre werden. Es zeigt nämlich - ergänzend zu den Aussagen von Hadamar-Direktor Ralf Wolf und Norbert Leygraf aus Essen oben - daß selbst völlig gesunde Personen in der Psychiatrie überlicherweise nicht als solche erkannt, sondern stattdessen als "krank" stigmatisiert werden.

Ich selbst durfte im Familienrecht mit Kemal Temizyürek aus Hiddenhausen einen Psychologen erleben, der im Familienrecht nach anderer, vermittelnder, Methodik vorging und sich nicht durch "Gutachten" im herkömmlichen Sinne zum Werkzeug der Richterin hat machen lassen. Er hat sich auch nicht erdreistet, in 50 Minuten Gespräch Hypothesen zur "Erziehungsfähigkeit" anzustellen, Testverfahren ohne Validität als Beleg aufzuführen, Ferndiagnosen durchzuführen, unbelegte Hypothesen anderer ungeprüft zu übernehmen, Behauptungen zum Charakter nicht zu verifizieren oder weiteres, wie ich es von zwei anderen erleben musste. Auch die Polizeipsychologin des LKA Hannover, Frau Sibylle Dörflinger, war trotz der einseitigen Medienberichterstattung in der Lage festzustellen, daß meine Kinder sehr gut erzogen und ohne psychische Schäden waren, und daß alle eine enge und positive Bindung zu ihrem Vater hatten. Ebenso konnte sie feststellen, daß meine Glaubensüberzeugungen mit einer (mir von anderer Seite angedichteten) Geisteskrankheit nichts zu tun haben. Es gibt also durchaus positive Beispiele, und Möglichkeiten für Psychologen, und natürlich auch Psychiater, rechtschaffen zu arbeiten.

Aber: Es liegt andererseits nahe, daß in den Gutachter-Kreisen der herkömmlichen Art, deren Handeln nämlich kaum angezweifelt wird noch einer Überprüfung unterliegt, leider nicht nur viele Individuen mit o.g. Charakterschwächen ihr Unwesen treiben, sondern auch, daß es im Gutachterwesen zu einem regelrechten Konzentrationsprozess solcher Personen kommt. Denn: Diese Titel und Tätigkeit bieten nahezu uneingeschränkte Macht. Wer seinem Gewissen dagegen treu bleiben möchte, müsste ja gewissenhaft arbeiten. Solche können auch nicht, wie die Psychiaterin Hanna Ziegert berichtet, dem Gericht liefern, "was es jeweils erwartet". Solche wären auch nicht in der Lage, die Grundlage für einen ungerechtfertigten Psychiatriebesuch zu legen. Andere schaffen sich Ausreden: "Ich entscheide das ja nicht, sondern die Richter." Solche die auf ihr Gewissen hören wollen, werden deshalb aus dieser Branche das Weite suchen.

Wem nicht klar ist, wozu die Konstellation aus Macht, fehlender sozialer Kontrolle und Autorität bei den meisten Menschen  führt und wozu Menschen tatsächlich fähig sind, dem empfehle ich, sich mit dem Stanford-Prison-Experiment von Philip G. Zimbardo und dem von Stanley Milgram entwickelten Milgram-Experiment auseinanderzusetzen. Ersteres wurde - daran angelehnt - als "Das Experiment" (mit Moritz Bleibtreu) verfilmt.

Was geschieht hinter solchen Mauern? Massregel-Vollzugs-Gebäude in Köln-Westhoven. Forensische Psychiatrie als Inbegriff der Intransparenz und damit Ideal-Umgebung für das von Psychologie-Prof. Philip G. Zimbardo entwickelte "Zehn-Punkte-Rezept" zur Täterpsychologie in der Frage: "Unter welchen Bedingungen werden normale Menschen zu Gewalttätern?" Bild: Wo st 01/Wikipedia.

Insbesondere forensische Psychiatrien (auch "Massregel-Vollzugs"-Kliniken genannt) wie die obige Klinik in Koeln-Westhoven bieten eine diesen Experimenten vergleichbare Umgebung und das von Philip Zimbardo daraufhin entwickelte "Zehn-Punkte-Rezept" zur Täterpsychologie wird dort in nahezu allen Punkten oftmals erfüllt werden. Dazu kommt das - sehr erhebliche - Kriterium nahezu völliger Intransparenz. Wodurch?

Erstens durch die von Dr. David L. Rosenhan und o.g. Kollegen nachgewiesene und dokumentierte Stigmatisierung als "Geisteskrank" etc. im Sinne der "Selbsterfüllenden Prophezeiung" die nicht nur auf Fachpersonal wirkt, sondern auch auf Aussenstehende (nach)wirkt. Die es also auch während des Vollzugs oder nach einer Freilassung nahezu "verunmöglicht", glaubhaft Informationen an Außenstehende zu übermitteln. Bisweilen selbst im Familienkreis.

Zweitens: Interne Informationen die auch geglaubt werden, könnten v.a. durch Personal übermittelt werden. Doch für diese gilt dasselbe (s.o.). Und wenn es Einzelne besser wissen - wie viele davon verhalten sich entsprechend gewissenhaft? (Sehr, sehr wenige, siehe Zimbardos Experiment) Wie viele davon sind in der Lage, Fehl- bzw. kriminelles Verhalten ihrer Kollegen zu kritisieren bzw. zu verhindern und wie viele sind bereit, solches ggf. an Polizei und Staatsanwaltschaft zu übermitteln? Wie viele davon sind bereit, ggf. langwierige Prozesse zu führen und berufliche Nachteile, aber auch schwerwiegende Risiken in Kauf zu nehmen? Wie vielen davon würde man glauben oder hätten handfeste, verwertbare Beweise? Diese diesbezügliche Problematik lässt sich anhand der Schilderung des Whistleblowers Stefan Lück (ehemaliger Gruppenleiter "Neuer Weg") in der BR Abendschau nachvollziehen, der auch die Erfahrung machte (und andere kennen und berichten es ebenso), daß ihm die Kollegen verlogen in den Rücken fielen. Siehe auf Youtube unter "Ein Pfleger packt aus". Die Bedingungen des heutigen "Arbeitgebermarkts" setzen solche Whistleblower, die nicht gerade mit einem guten Arbeitszeugnis oder Referenzen rechnen können, zusätzlich unter Druck.

Drittens durch umfassende Dokumentations-Verbote (Film, Photo, Aufzeichnungsgeräte etc.). Siehe u.a. nachfolgender Artikel der SZ.

Auch für den normalen Strafvollzug (Gefängnis) kann ich aus eigener Erfahrung sicher sagen, daß auch Insassen dort Photoapparate, Mobiltelefone, digitale Aufzeichnungs- und Speichergeräte, auch eigene Notebooks, PC´s etc. generell verboten sind. Daß die Südd. Zeitung trotzdem Bilder (eines Insassen) einstellen konnte, ist offenbar dem Schmuggel (Mobiltelefon mit Photofunktion?) dieses Insassen zu verdanken, der auch in manchen Gefängnissen manchmal gelingt. Das lässt sich anhand der Beschreibung der Photostrecke eines Berichts zum Fall Mollath (Bilder aus Bayreuth) aus der Südd. Zeitung (v.a. Bild 1-3) nachvollziehen. Hinsichtlich des "Schmuggels" siehe die Beschreibung zum Photo 3.

Viertens durch wenige oder keine Vertrauenspersonen (wozu auch gerichtlich bestellte Betreuer oft nicht gehören werden), seltene Besuche und nur wenige soziale Kontakte. Diese finden zudem in speziellen Räumlichkeiten statt, niemals jedoch im Vollzugs-Bereich. Verursacht werden die seltenen Besuche etc. durch:

  • Oben genannte psychol. Effekte -> Stimatisierung.
  • Verluste von sozialen Kontakten durch den jahre- oft jahrzehnte- ggf. lebenslangen Vollzug.
  • Verluste von sozialen Kontakten durch die Unsicherheit (keine Lebensplanung möglich).
  • eingeschränkte, vorgegebene Besuchszeiten.
  • monatlich nur wenige Gesamt-Besuchsstunden.
  • Anmeldeauflagen (u.a. meist keine Spontanität möglich).
  • hohe Sicherheitsauflagen und Unannehmlichkeiten (Durchsuchungen, Befragungen).

Fünftens durch den sogenannten "Gummi-Paragraphen", § 63 StGB, der "ganz simpel" eine Dauerverwahrung ermöglicht, nach obigen Studien mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit. Der Jurist und ehemalige Richter Heribert Prantl schrieb in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel "Die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren":

"Auf dem Schild am Eingang zu den Dunkelkammern des Rechts steht ein Paragraf - der Paragraf 63 Strafgesetzbuch. (...) Nach diesem Paragrafen 63 wurde Gustl Ferdinand Mollath verurteilt, dieser Paragraf hat ihn in die Psychiatrie gebracht, dieser Paragraf hält ihn dort fest. Nennen wir ihn den Mollath-Paragrafen, weil der Fall des Gustl Mollath die Schwächen dieses Paragrafen und dessen extreme Verbiegbarkeit offenbart."

Der einzige Ausweg dafür scheint nahezu "Kooperation" zu sein (wie es der fotografierende Patient tat, s. Photo 3 oben) - doch mit welcher Konsequenz? "Kooperation" bedeutet sehr wahrscheinlich auch Kooperation in Sachen Einnahme psychoaktiver Substanzen, von Psychiatern "Behandlung" genannt. Wozu aber sollte sich ein Gesunder (wie z.B. Gustl Mollath) derart "behandeln" lassen? Nachfolgend wird noch hintergründig dokumentiert werden: Weder ein Gesunder noch ein Kranker sollte  Psychopharmaka einnehmen - zuliebe seiner Gesundheit und seines Lebens! Aber nicht nur das. Auch um durch diverse Nebenwirkungen solcher Präparate nicht womöglich Pseudo-"Krankheitssymptome" zu erzeugen - die dann fehlgedeutet und in seinen "Krankenakten" verewigt werden (vgl. dazu auch Rosenhan-Experiment: angebl. "krankhafter Schreibzwang" bei gesunden Testpersonen etc.). Allerdings: Wie oben beschrieben gibt es dazu neuerdings auch (wieder) eine gesetzliche Legitimation zur Zwangs-Medikamentierung.

Mangels dieser Transparenz und zzgl. der o.g. Kriterien gemäß Prof. Zimbardo bieten forensische Psychiatrien also die idealen Rahmenbedingungen dafür, vielfach im totalen Sinne, daß "gewöhnliche Menschen" - wie von Prof. Zimbardo zweifelsfrei erforscht - sich zu Gewalttätern und /oder Folterern entwickeln. Und sei es durch Unterlassung notwendiger Hilfe. Man denke an die Zeit des Nationalsozialismus in der Frage: Woher kamen bereits ab 1933 - oft ohne vorherige Regime-Propaganda - alle die treuen Handlanger - oftmals Familienväter von Nebenan - welche die Grausamkeiten an den Juden, anderen Rassen etc. auszuführen bereit waren? Die Antwort ist in Zimbardos Studien zu finden und die (auch damals vorhandenen) dafür notwendigen Kriterien sind in seinem o.g. "Rezept" aufgezählt.

Auch Psychiatrien anderer Art können unter bestimmten Konstellationen davon betroffen sein, in vielen Fällen sind die von Zimbardo genannten Kriterien - vor allem aber das Kriterium der Intransparenz - dort jedoch nicht ausreichend erfüllt und werden somit solche "experimentellen" Zustände kaum erreichbar sein. Die Gefahr ist jedoch latent vorhanden, daß positiv empfundene und verbreitete Erfahrungen freiwilliger Betroffener in frei gewählten Psychiatrien (z.B. bei freiwilliger Einweisung wg. z.B. suizidaler Gedanken, ggf. nach Recherchen über den Ruf der Klinik) dazu führen, daß die Schilderung von Psychiatrie-Erfahrungen anderer, negativer Art  (nämlich unter anderen Konstellationen wie Un-freiwillige Einweisung; erfahrene Zwangsmaßnahmen, keine vorherige Recherchemöglichkeit etc.) als Übertreibung verstanden oder unglaubwürdig werden. Doch dazu gibt es keinen Anlaß!

Die allgemeine Bevölkerung dürfte sich dessen gar nicht bewusst sein (wie auch bei mir vor meinen Recherchen zum Fall Mollath), was sich hinter dem Namen "forensische Psychiatrie" im Gegensatz zur "Psychiatrie" verbirgt. Nämlich Vollzugs- bzw. Haft-Psychiatrie im Gegensatz zur (mehr oder weniger) "offenen" Psychiatrie. Oder anders gesagt: Nahezu völlige Intransparenz- oder Dunkel-Psychiatrie im Gegensatz zur oftmals weitgehend transparenten, freiwilligen Psychiatrie. Wenn auch nicht selten auf Basis von Unaufgeklärtheit oder Fehlinformation. Dazu nachfolgend näheres.

In einer Radiosendung von d-radio-Kultur zum Thema "Was ist Krieg?" heisst es einleitend nach der Blasmusik: "So fröhlich mögen genau vor 100 Jahren die Neujahrkonzerte geklungen haben. Am 01. Januar 1914. Militärmusik war "in". Mit Uniformen verband man Glanz, Ansehen, Ehre - und nicht Schmutz, Blut und Schmerz."

Wie oben aufgezeigt, ermöglichte genau dieser Umstand dem Schuhmacher Friedrich Wilhelm Voigt, alias "Hauptmann von Köpenick" - und in anderer Branche ebenso dem Postboten Gert Postel alias "Dr. med. Gert Postel, Facharzt für Psychiatrie" - ihre Köpenickiaden. Und in der "realen" Psychiatrie? Dort verbindet man weisse Kittel sowie Doktoren- und Professorentitel nach wie vor mit Ansehen, Ehre und Wissenschaftlichkeit - und nicht mit Pseudowissenschaft, Ignoranz, Leid und Gewalt. Doch wie viel davon zu Recht? Ich hoffe, diese Dokumentation konnte zeigen, wie wenig von ersterem bleibt und wie viel von letzterem zutrifft bzw. naheliegend ist. Eines zeigt sie - so meine ich - ganz sicher: Wie sehr eine umfassende Aufarbeitung und Veränderung vonnöten ist. In obigem Radio-Interview heisst es weiter:

"Doch bald schon in diesem Jahr gesellten sich zur fröhlichen Musik ganz andere Töne: "Mit Gott zum Kampf! Harret jetzt aus - im Verein mit unseren Bundesbrüdern..."" - Der erste Weltkrieg begann und riss Millionen in den Tod.

Möge diese Dokumentation ihren Beitrag dazu leisten, die Wahrheit über die Psychiatrie und Psychologie ebenso ans Licht zu bringen und ihren verklärenden Pseudo-Glanz ins rechte Licht zu rücken - bevor im Angesicht der jetzt beschlossenen Zwangsmedikation (die zu Mollath´s Zeiten keine gesetzliche Legitimation hatte) in obigem parallelem Sinn noch viel grösseres Unrecht geschieht - und das geschieht dadurch mit Sicherheit schon jetzt! Menschen werden täglich (und weiterhin) gequält und misshandelt und - wie Gustl Mollath - in Psychiatrien "beseitigt" - davon ist nach bestem Wissen leider auszugehen. Wie Anwalt Gerhard Strate aussagte: "Es gibt viele unbekannte Mollaths..."

Unabhängig davon, ob sie im gerichtlichen Sinne schuldig oder unschuldig sind, "krank" sind oder nicht. Man erinnere sich dabei an die äusserst hartnäckige Ignoranz , Besserwisserei und wiederholten Unrechtsbeschlüsse diverser beteiligter Gerichte, der Justizministerin sowie der pseudowissenschaftlichen, regelrecht Rechts- und Realitätsverachtend-bösartigen Methodik diverser renommierter psychiatrischer Gutachter. Das Ganze offensichtlich in langjähriger, allgemein üblicher Praxis, gedeckt wiederum durch die Gerichte - lt. der Psychiaterin Hanna Ziegert, s.o., sogar bis hin zum obersten Gericht. Und nicht nur in diesem Fall. 

Ich allein werde es natürlich nicht können - weshalb ich um rege Verbreitung dieser Informationen bitte. Wer Patienten oder Inhaftierte kennt, möge es dorthin ebenfalls weiterreichen. Aber, bei allem Unrecht, ist eines festzustellen: Heribert Prantl titelte oben noch: "Die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren" - denn er wusste als Jurist und Ex-Richter sicherlich genau, wie schwer es ist, die Wiederaufnahme eines Verfahrens hinzubekommen und als Häftling der forensischen Psychiatrie ohne "Kooperation" (vgl. der Fall des Lehrers Horst Arnold, s.o.) wieder frei zu kommen. Aus gelesenen bzw. gehörten Schilderungen Gustl Mollaths weiß ich, daß auch er - sachlich betrachtet - starke Zweifel daran hatte.

Und doch: Er ist heute frei! - und mit ihm kamen viele Dinge ans Licht, die sonst verborgen geblieben wären.  Gustl Ferdinand Mollath selbst schrieb oder sagte, so meine ich mich erinnern zu können, daß "manche sagen" würden, er habe die Freilassung "Gott zu verdanken". Nun, nach allem was ich zu diesem Fall recherchiert habe, ist seine Freilassung letztlich ein einziges Wunder. Und solche Wunder - da bin mir völlig sicher - für die ist Gott zuständig.  Ihm hat er, und wir alle, das letztlich zu verdanken.

Uns allen muss aber auch klar sein, daß dieses Wunder, dieser enorme Erfolg, erst die Grundlage geschaffen hat, ernsthaft etwas verändern zu können. Je mehr aufgedeckt wird, desto mehr wird dies möglich. Wenn jetzt aber nicht das Notwendige verändert wird, die Weichen gestellt werden - dann ist Gustl Mollath zwar frei, aber viele, sehr viele andere werden jetzt und in Zukunft noch schlimmere Schicksale erleiden: Gewaltsam unter Drogen gesetzt. 

Die Brisanz der "Psycho-Pathologie", des psychiatrischen Krankheits-Begriffes, der durch das eigene Handeln der Psychiater und Psychologen Doppelbedeutung erhält, liegt ja nicht nur in den Handlungen der direkt Beteiligten. Denn: Das Eine ergibt in diesem Bereich das Andere - ein Geschäftsfeld (Psychiatrie, Psychologie) deckt das Nächste (Justiz, Politik) - und umgekehrt. Und die Pharmaindustrie verdient nicht nur stets mit - Stichwort Psychopharmaka - sondern sorgt auch laufend für Fehlinformationen, die zum Beispiel viele Menschen glauben lässt, durch Psychopharmaka könne man Menschen heilen. Doch nicht nur das: Studien die unangenehme Daten enthalten, verschwinden in Schubladen, andere Studien, von heimlichen Interessenvertretern der Industrie, werden präsentiert. Politiker werden von Lobbyisten eingelullt, Gesetzesvorschläge dort vorgelegt, Entscheider werden bestochen, andere Entscheider unter Druck gesetzt. Das Gebahren der Pharmaindustrie erfordert es, deren Rolle dabei noch näher zu beleuchten: 

 

"Der auch in der Öffentlichkeit immer noch vorherrschende Irrglaube: Ein Arzneimittel das zugelassen ist, ist sicher - ist eindeutig nicht richtig."

- Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender Arzneimittelkommision deutsche Ärzteschaft in: Das Pharmakartell, Frontal21.

 

"Sie verkaufen ihnen gefährliche Medikamente, um Geld zu machen. Nichts anderes. Fall sie denken, daß die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt bringt, um ihnen zu helfen - vergessen sie das."

- Dr. John Virapen, Leitender Ex-Pharmamanager, Eli Lilly Schweden in: Das Pharmakartell, Frontal21.

 

"Wir haben es hier sogar mit Strukturen zu tun, von denen die Mafia noch was lernen könnte."

- Kriminal-Hauptkommissar Uwe Dolata (BDK) in: Das Pharmakartell, Frontal21.

 

"Wir gehen davon aus, daß alleine in den internistischen Abteilungen pro Jahr 58.000 Patienten durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen ums Leben kommen. Das ist ein kleiner Teil von allen Krankenhausaufnahmen, die stattfinden, und das ist ein kleiner Teil von allen Todesfällen, die durch Arzneimittel tatsächlich stattfinden. (...) Ich mache diese ganzen Zahlen an den Todesfällen fest und ich kann ihnen zahlreiche Todesfälle durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufzeigen. Individuelle Patienten kann ich ihnen benennen. (...) Was mich eben auch sehr bedrückt, daß es sehr viele Schädigungen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen gibt, die unter Umständen den Patienten lebenslang, lebenslang schwer beschädigen."

- Prof. Dr. med. Jürgen Frölich (ehem. Chef der Pharmakologie, MHH, Hannover) gemäß vergleichbarer Zahlen aus Norwegen und eigenen Erfahrungen in: "Die Gesundheitsfalle - Tödliche Pillen", SWR.

 

"Wir haben heute schon eine Inflation bei solchen Diagnosen [z.B. ADHS] und der Verabreichung von Medikamenten [z.B. Methylphenidat] für Kinder. Mit dem neuen Handbuch [DSM-V] wird aus der Inflation eine Hyperinflation. Ich bin sehr besorgt, daß Menschen für psychisch krank erklärt werden, die es gar nicht sind, und Medikamente bekommen, die mehr schaden, als helfen."

- Allen Frances, Psychiater, ehem. Mitwirkender am DSM, der Psychiater-Bibel in: Frontal21, ZDF.

 

"Also in der neuen amerikanischen Klassifikation [DSM-V] treten tatsächlich immer mehr Krankheitsbilder oder Störungsbilder auf, das hat viel damit zu tun, daß man ohne Listung keine Erstattung bekommt als Therapeut, aber es führt natürlich dazu, daß immer mehr Leidenszustände pathologisiert werden - das hat also auch Nachteile. (...) Vieles sind Leidenszustände, die wir mit unseren Klassifikationssystemen erfassen, aber...die früher sicherlich ganz anders beantwortet worden sind. Zum Beispiel indem man Leute dann eher zum Pfarrer geschickt hat, als zum Arzt."

- Prof. Dr. Andreas Heinz, Charité, Berlin in: "DSM: Leidenszustände werden pathologisiert", Der Spiegel, Kamera: Thomas Grabka.

 

Zur Info: Das DSM ist die "Psychiater-Bibel" der American psychiatric association (APA), zu deutsch "Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen", das in Abständen überarbeitet herausgegeben wird. Die Version DSM-IV ist ein Ersatz und/oder eine Ergänzung für die jeweiligen Passagen im ICD, aktuell Version ICD-10, das internationale Klassifikationssystem der WHO. Die Diagnosen sind weitgehend kompatibel, so dass eine Diagnose, die mit einem der Systeme erstellt worden ist, in der Regel umkodiert werden kann.  Aktuell gibt es die ICD-10 in der "Version 2013". Das DSM-V ist die neueste Version der amerik. Psychiater-Bibel von 2013 und gibt für die ICD der WHO quasi "den Ton an". Deren neueste Version (ICD-11) ist bereits in Arbeit.

Tendenziell gibt es im DSM eine erhebliche Zunahme an neuen angeblichen Krankheitsbildern. Auch der jetzige Kritiker Allen Frances (Zitat, s.o.) arbeitete ehemals daran mit. Wie kommt es zu dieser Zunahme? Man muss wissen: Verquickungen der Psychiater, die diese neuen "Krankheiten" dort festlegen mit der Pharmaindustrie (auch Zahlungen), wurden für eine erhebliche Anzahl von Personen mehrfach nachgewiesen bzw. zuletzt sogar offen eingeräumt. Zudem ist das DSM eine Art "Hall of Fame" in Psychiaterkreisen. Das bedeutet: Wer ein neues angebliches "Krankheitsbild" beschreibt, es an die APA meldet, und wenn es dann im neuen DSM aufgeführt wird, kann dort mit "Verewigung" seines Namens und entsprechendem Ruhm rechnen.

Weitere Informationen bitte ich u.a. den folgenden Dokumentationen zu entnehmen:

 

 

 

www.rechtsstart.eu

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Der Filz: Machenschaften in Justiz, Psychiatrie und Psychologie:



 

"Wenn man einem Menschen
die Freiheit nimmt, dann muß man das Achtsam und höchst sorgfältig machen..."

  - Beate Merk, ehemalige Justizministerin  des Bundeslandes Bayern, seit dem 10.10.13 Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen.


"Ja, das ist Praxis: Das ist nicht nur ihm (Mollath) mehrmals passiert. Da kann ich ihnen sehr viele Fälle nennen, wo der Befund auf soundsoviel Meter Entfernung erhoben wird, oder aber lediglich
aus den Akten."

- Dr. Hanna Ziegert, Psychiaterin, Beckmann, 15.08.2013

 


"Ich weiß nicht, ob ich mich jemals begutachten lassen würde." Die Psychiaterin  Dr. Hanna Ziegert hat sich bei "Beckmann" zum Fall Gustl Mollath kritisch über die Justiz und die Vergabe forensischer Gutachten und die Arbeitsmethodik der Gutachter geäußert. Prompt wird sie in mehreren Verfahren als Gutachterin abgelehnt. Ihr Vergehen? Sie hat Mißstände aufgedeckt. - "Nach Kritik kaltgestellt" Südd.Z., Hans Holzhaider


Psychiaterin Dr. med. Hanna Ziegert, kontrovers, BR

Wegen "Befangenheit" abgelehnt: Die von Frau Dr. Ziegert geäußerten Zweifel, ob sie sich selbst psychiatrisch begutachten lassen würde, führen "den von ihr angenommenen Gutachten-Auftrag ad  absurdum".
- Bernhard Pichl
, Staatsanwaltschaft München I - Südd.Z.
 


"Ziegerts Aussagen wurden später durch eine von Ursula Gresser, die nach ihrer Nachricht über Twitter Besuch bekam geleiteten Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München gestützt, in der jeder vierte befragte Gutachter von der Justiz eine Tendenz signalisiert bekommen hatte; unter den Psychologen (jeder) zweite, und jeder dritte Psychiater."[157][158]
- Wikipedia: Gustl Mollath:
Öffentl. Disk.



"Dem
Bundesgerichtshof hat unser Urteil gereicht, dann war es wohl nicht zu beanstanden."
- Richter i.R. Otto Brixner, ehemaliger Richter Gustl Ferdinand Mollaths am LG Nürnberg/Fürth vor dem LG Regensburg im Juli 2014.



...
Richter als Zeuge: "Es gab keine Verschwörung gegen Mollath" - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Richter-als-Zeuge-Es-gab-keine-Verschwoerung-gegen-Mollath-id30654417.html

"Zuvor hatte am Donnerstag der erste gerichtlich beauftragte Psychiater (Dr. Michael Wörthmüller) erklärt, warum er den zur Zwangsbegutachtung eingewiesenen Angeklagten im Juli 2004 nicht begutachtet hatte. Denn ein Nachbar, damals ein Arbeitskollege von Frau Mollath, hatte ihm schon vor der Zwangseinweisung anonym den Fall sowie die Schwarzgeldvorwürfe des Mannes geschildert. Der Nachbar habe dann um eine Einschätzung zum Grad der Bedrohlichkeit gebeten. Deshalb habe er eine private  Einschätzung (mittelbayerische.de, 07.07.14: Zitat:  "Laienhafte Einschätzung") von Mollaths Geisteszustand gegeben, sagte der Leiter der Forensik des Bezirkskrankenhauses Erlangen. Zu diesem Zeitpunkt habe er aber nicht gewusst, dass es sich um Gustl Mollath handelte (Mittelbayerische.de, 07.07.14: "Er habe damals ja nicht ahnen können, jemals mit ihm beruflich zu tun zu haben.").
Als er dann später Gustl Mollath untersuchen sollte, sei ihm schnell klar geworden, dass er nicht die notwendige Objektivität habe, betonte der 56-Jährige. Daher habe er einen Befangenheitsantrag gestellt und die Überstellung Mollaths an das Bezirkskrankenhaus Bayreuth vorgeschlagen."

- Augsburger Allgemeine, 17. Juli 2014 17:38 Uhr


"Edward Braun schilderte vor Gericht detailliert, und zwar dank Verwendung der Telefonnotizen, die er damals angefertigt und hernach in eine Agenda übertragen habe, wie Mollaths Frau ihm gegenüber angekündigt habe, Mollath „fertigzumachen“ und dass sie über die Beziehungen verfüge, ihn in die Psychiatrie zu bringen, wenn er sie und die Bank anzeige."
- Wikipedia: Gustl Mollath: Wiederaufn. d. Proz.


"Jedes Jahr werden in Deutschland rund 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen, schätzungsweise die Hälfte davon nach dem bundesweiten Betreuungsrecht. Eine mittlere Kleinstadt landet so nahezu unbemerkt in den geschlossenen Abteilungen der Psychiatrien. Eine aktuelle Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP zeigt: Das Betreuungsrecht wird sehr unterschiedlich angewandt. So werden in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein 80 von 100.000 Bürgern jährlich gegen ihren Willen eingewiesen, in Thüringen sind es dagegen nur fünf von 100.000."

- Zeit.de: "Für verrückt erklärt." 31.08. 2011

 



Die Folgen: Vielfaches menschliches Leid:



Kulturzeit, 3sat, Zwangseinweisung - Deutschland im Homogenisierungswahn.


 

Mona Lisa - Unter Zwang in die Psychiatrie, Bericht: Rainer Fromm


MOMA Reporter -Zwangseinweisung in die Psychiatrie, Bericht: Antje Stobbe, Ingeborg Haffert, 30.08.2013


Ratgeber Recht - Abgeschoben in die Psychiatrie, ARD


Frontal21, Für verrückt erklärt - abgeschoben in die Psychiatrie, 04.12.2012


SWR BW Landesschau, zur Zwangsmedi- kation - 1 Tag vor dem Bundestagsbeschluß


"Wegsperren für immer? - Sicherungsver- wahrung in Deutschlands größtem Knast", Film von: Norbert Siegmund.


"Um einen Staat zu beurteilen,
muss man seine Gefängnisse von innen ansehen."

- Leo Tolstoi

 

 

 

 



Die Hintergründe: Mächtige Interessengruppen regieren das Land:



 

"Denn es ist so, wie sie sagen: Diejenigen die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden."
                                - Horst Seehofer
 


Seehofer: Pharmalobby zu stark



Seehofer: Politiker entscheiden nicht.


Frontal21 - Das Pharmakartell

  "Politik wird heutzutage nicht mehr von Politikern gemacht, sondern von mächtigen Interessengruppen."
-Rechtsanwalt Dominik Storr

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