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Friedensmänner

 

Eine Stimme klingt durch die Jahrhunderte und ruft jedem unbeherrschten Petrus zu: “Stecke dein Schwert in die Scheide!” Die Geschichte zeugt vom ständigen Schiffbruch der Völker, die diesem Befehl Christi nicht folgten. (…) Ich werde gewaltlos sein, weil ich darin die Antwort auf die Probleme der Menschheit sehe. (…) Liebe zum Nächsten ist der Schlüssel zur Lösung der Probleme unserer Welt.“

Martin Luther King Jr., ermordet am 4. April 1968
in Memphis, Tennessee

 

 

Wenn der Türke kommt, soll man ihm keinen Widerstand leisten. Denn es steht geschrieben (Matth.5, 21): ‘Du sollst nicht töten.’ Wir sollen uns des Türken und anderer Verfolger nicht erwehren, sondern in strengem Gebet zu Gott anhalten, dass er wehre und Widerstand leiste. Dass ich aber gesagt habe: ‘Wenn Kriegen recht wäre, wollt ich lieber wider die angeblichen Christen ziehen, welche die frommen Christen verfolgen, fangen und töten, als wider den Türken’ - das hat folgenden Grund: Der Türke ist ein rechter Türke und weiß vom christlichen Glauben nichts; er ist ein Türke nach dem Fleische. Ihr dagegen wollt Christen sein, rühmt euch Christi, verfolgt aber die frommen Zeugen Christi und seid
Türken nach dem Geist.“

Michael Sattler in seiner Verteidigungsrede,
ermordet am 21.Mai 1527 in Rottenburg/Neckar

 

 

Der Gerichtssekretär erklärte nach der Verteidigungsrede Sattlers, dass er gerne den Dienst des Henkers übernehmen würde, wenn sich kein Scharfrichter für den Täufer fände. Er glaube fest, dass er damit Gott einen Dienst erweisen könne. Im abschließenden Urteilsspruch der Richter heißt es:

Zwischen dem Anwalt kaiserlicher Majestät und Michael Sattler ist als Recht erkannt worden … dass man Michel Sattlern dem hencker in die hand soll geben, der sol in füren auff den platz vnd jm die zung abschneiden, darnach auff eyn wagen schmiden unnd alda zweimal mit glüenden zangen seinen leip reissen, nachmals, so mann ihn für dz thor bringet, der massen fünff griff geben.

Zu Hochdeutsch: „Zwischen dem Anwalt kaiserlicher Majestät und Michael Sattler ist als Recht erkannt worden, dass man Michael Sattler dem Henker in die Hand geben soll. Der soll ihn auf den Platz führen und ihm die Zunge abschneiden, danach auf einen Wagen schmieden und dort zweimal mit glühenden Zangen seinen Leib reißen und danach, wenn man ihn vor das Tor bringt, ihm gleicherweise fünf Griffe geben.“

Wilhelm Reublin schreibt in seinem Bericht an die Zürcher Täufer:Ist also beschehen, darnach wie eyn ketzer zu puluer (=Pulver) geprennt.“

Diese Hinrichtung geschah am Morgen des 21. Mai 1527 auf dem Galgenbuckel in Rottenburg. Sattlers Ehefrau Margaretha wurde einige Tage später im Neckar bei Rottenburg ertränkt. Dazu, Zitat: „seine Mitbrüder [wurden] durchs Schwert gerichtet, die Schwestern ertränkt, sein Weib aber nach vielem Bitten, Ermahnen und Drohen, wobei sie ganz beständig blieb, nach einigen Tagen ertränkt“.

(Zitate aus dem Prozessbericht des Augenzeugen Klaus von Graveneck: “Artikel und Handlung, die Michael Sattler zu Rottenburg am Neckar mit seinem Blut bezeugt hat”: Heinold Fast, Der linke Flügel der Reformation, Bremen, 1962.) Weitere Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Sattler


 

 


Deshalb hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Stadttores gelitten. So wollen wir denn zu ihm vor das Lager hinausgehen und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen die zukünftige.“

(Hebräer 13,12-14)