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Automobilismus, Technologie und das Leben der Amish People

Nachfolgend möchte ich das Thema Automobilismus bzw. Technologie im Zusammenhang mit dem Leben der Amish People (Old-Order-Amish) anhand nachfolgender Aussage von der Vorseite näher beleuchten. Das Thema wurde auf der Vorseite schon angeschnitten. Ich will hier der Frage nachgehen: Welche Fehler oder Vorzüge hat deren Lebensweise und Glaubenslehre aus biblischer Sicht? Was können wir daraus lernen, oder was wäre abzulehnen? Nachfolgend werden einige Dokumentationen bzw. Quellen gezeigt, die deren Leben, Vorzüge und Schwierigkeiten verdeutlichen.

Zum Leben der Alt- oder Old-Order-Mennoniten gibt es im übrigen viele Übereinstimmungen. Das liegt daran, daß die Amischen (nach Jakob Ammann, nähere Infos unter Amische) eine Abspaltung der früheren Mennoniten (Old-Order-Mennoniten) darstellen. Ein auffälliger positiver (weil biblisch übereinstimmend bezeugter) Unterschied ist, daß die Amischen keine geldverschlingenden Kirchen oder Gemeindehäuser bauen - wie es auch die Alt-Mennoniten und Neu-Mennoniten tun - ,sondern sich in den Privathäusern (wechselnd) zu den Zusammenkünften treffen.

 

"Letztlich müßte man dann (...) wie die Amish leben. Das ist aber auch nicht ideal."

Dem Leser mit Verständnisschwierigkeiten im Englischen empfehle ich zur Einführung in dieses Thema, dieselben in obigem Link aufgeführten Filme der BBC auf deutsch anzusehen:

Zur Vervollständigung des Verständnisses der Vorgänge und Regeln innerhalb und ausserhalb der amischen Gemeinschaften empfehle ich in Ergänzung dazu die Dokus

und den mittlerweile umfangreichen Wikipedia-Artikel zum Thema.
 

Dazu zunächst der Hinweis: Jesse Miller aus Teil 2 ist nicht derselbe Jesse Miller aus Teil 1, sondern allem Anschein nach lediglich ein Namens-Doppelgänger (Miller ist dort sehr gängig). Das hätte man meines Erachtens in der Doku mal erwähnen können. Weiterhin ist zunächst auffällig:

  1. Wie auch am Anfang des 2. Teils der BBC-Doku gezeigt, gibt es Menschen, die diesen Lebensstil bewundern bzw. als vorbildlich betrachten. Nicht ohne Grund.
  2. Das Leben in diesem Regelwerk kann durchaus als "Paradies" - nämlich im Kontrast zur Umwelt - empfunden werden. Siehe auch der Filmtitel.
     
Zur (notwendigen) Kritik an der Gruppe der Old-Order-Amish möchte ich mich nachfolgend noch äussern. Zunächst aber (in Wiederholung von der Vorseite für Neueinsteiger) zu deren Lebensweise: 

Würden heutzutage noch Pferdekutschen im Linienverkehr fahren (oder könnte ich mir deren Benutzung im Individualverkehr leisten bzw. wären sie überall verfügbar), so würde auch ich eindeutig die Kutsche nehmen. Die Amish sind auf diese Weise per Traber und Buggy offenbar mit ca. 24km/h unterwegs. Bei schlechten Wegen, hohen Gewichten oder weniger geeigneten Pferden würde das natürlich weniger schnell gehen. V.a. aus ersteren zwei Gründen waren Postkutschen früher erheblich langsamer. Öffentlichem Verkehr vorziehen tue ich in jedem Fall die Füße. Ich habe (ohne Training) kein Problem damit, 20km täglich zu Fuß zu gehen. Solche Fußwege habe ich zusammen mit meiner Frau in letzter Zeit mehrmals zurückgelegt, auch zu Besuchszwecken. Jeder gesunde Mensch dürfte dazu imstande sein, es sei denn er leidet - gefördert durch Bewegungsmangel - beispielsweise an Übergewicht.

Die Grundprinzipien der Lebensweise der Amish halte ich für überaus klug und sinnvoll. Ich halte deren Stil deshalb für sehr klug und sinnvoll, weil ihr Lebensstil - im Gegensatz zum hiesigen - als einziger wirklich nachhaltig und verantwortungsvoll ist. Er hinterlässt als einziger heutiger und zivilisierter Lebensstil keine Zerstörung für die Gegenwart und Nachwelt und verschleudert nicht im "nach mir die Sintflut"- Prinzip die Ressourcen der Erde! Siehe, wie es der "weltliche" Nachrichtensprecher bei 3Sat hier formuliert.

Dazu kommen die vermiedenen Tötungen, Schädigungen und Menschenrechtsverletzungen durch den Automobilismus, die Tierquälerei durch die Massentierhaltung, u.s.w. Bei näherer Betrachtung ist deren Lebensstil durchaus von biblischen Weisungen geleitet und geht mit der Anweisung Gottes konform. Der hiesige Industrie-basierte Lebensstil dagegen nicht. Wie aus 2. Mose 19,5 hervorgeht, blieb die Erde stets im Besitz Gottes, der sie dem Menschen nur zur Verwaltung anvertraut hat (1.Mose 1,26). Der Mensch hat die Erde - und alle ihre Geschöpfe, vgl. Sprüche 12,10 - entsprechend Gottes Vorbild und Weisungen (Römer 13,8-10 u.s.w.) gerecht zu verwalten. Tut er das bei dem hiesigen Lebensstil? Ich denke eindeutig nein. Deshalb haben die Old-Order Amish bzw. Old-Order Mennoniten, die sich an den ursprünglichen Stil halten, damit grundsätzlich recht.

Jedoch: Wie der Titel "Flucht aus dem Paradies" schon erahnen lässt: Autark lässt sich dieser grundsätzlich erstrebenswerte Lebensstil nicht realisieren. Leider. Dazu bräuchte man eine entsprechend gesinnte Gemeinschaft und gesetzlichen Rahmen - und natürlich Grundlagen wie Land und landwirtschaftliche Ausstattung. Sollten sich durch diese Webseite Gleichgesinnte finden, würde uns das selbstverständlich sehr freuen.

Soweit die Wiederholung. Nun zur Kritik:

Folgendes wird in obigen Filmen deutlich: Der Amish lesen die Bibel auf Hochdeutsch, ihre Sprache ist jedoch "Pennsylvania-Dutch", ein altdeutscher Dialekt (neben Englisch). Das lesen der englischen Bibel scheint ihnen jedoch verboten oder zumindest geächtet zu sein. Das daraus resultierende eingeschränkte Bibelverständnis wird ergänzt und gefördert durch ihre eingeschränkte Schulbildung (8 Jahre), vor allem aber die sehr wahrscheinliche Praxis der Ältesten (zumindest innerhalb der BBC-Filme) die Regeln und Traditionen nicht verständlich zu erklären, sondern lediglich deren gehorsame Einhaltung einzufordern. Das wird möglicherweise auch unterstrichen durch das Zitat von Elsie Miller im 2. Teil, ihre Eltern hätten das Evangelium "jetzt gehört" und "die Saat sei jetzt ausgesät" worden.

Bedeuten kann dies aber auch, daß in jener (ihrer neuen) evangelikalen Gemeinde ein anderes (verfälschtes) Evangelium verkündigt wurde, nämlich eines wie es auch hier weit verbreitet ist: "Jesus ist für dich gestorben und du brauchst nur an ihn glauben, dann bist du gerettet." - ohne jedoch zu vermitteln, was Glaube in der Bibel genau bedeutet, nämlich auch entsprechend dem Glauben zu handeln und zu leben - bis zum Ende des Lebens. Bestimmte Handlungsweisen (zum Beispiel Missionierung durch Ansprechen oder Plakate, wie im Fall von Ephraim Stoltzfus) scheinen bei den Amish gemäß einem Regelwerk mit bestimmten moralischen Einschätzungen "belegt" zu sein. In dem Fall, dies sei hochmütig bzw. eitel. Hierzu ist zu sagen, daß es dieses Motiv in gewissen Kreisen durchaus gibt (abwegig ist das also keineswegs), man es natürlich aber nicht pauschal so bewerten könnte. Das Argument der Amish, daß entsprechendes Leben die Verkündigung des Evangeliums darstellt, ist durchaus schwerwiegend (wenn es denn entsprechend ist), da mündliche Verkündigung von diversen kirchlich-evangelikalen Kreisen erfolgt und von vielen vielmehr als Belästigung aufgefasst wird. Deren Leben ist aber gewöhnlich nicht glaubwürdig, sofern man sich näher mit der Bibel auseinandersetzt. Aber dazu gleich mehr.

Da der Apostel Paulus offensichtlich auch keinen konkreten Taufauftrag von Jesus erhielt, kann für ihn der sogenannte "Missionsbefehl" aus Matthäus 28,19-20 bzw. Mk 16,14-15 (so auch in Lukas und Johannes) offensichtlich nicht gegolten haben, denn er beinhaltet Taufe wie Mission. Er ist demnach ebensowenig an jeden x-beliebigen Christen ergangen, sondern konkret an jene zwölf Apostel des engsten Kreises um Jesus, zu denen Jesus dies sprach. Zu denen gehörte ja Paulus nicht, dieser kam ja erst später - nach dem Damaskuserlebnis - hinzu. Verboten war Paulus die Taufe aber selbstverständlich auch nicht - sie ist ja heilsnotwendig -, weshalb er ja lt. eigenem Bekunden Krispus, Gajus und das "Haus des Stephanas" auch getauft hatte. Ansonsten aber niemanden (1.Kor. 1,13-17). Wenn also zum Beispiel Zeugen Jehovas oder Evangelikale den Amish People "fehlende Missionierung" vorwerfen, so müsste an diese (oder andere) schon der ausdrückliche Befehl Gottes oder Jesu ergangen sein, um diesen Vorwurf in den meisten Fällen zu rechtfertigen. Aber auch hier hat die Medaille wieder einmal zwei Seiten: Auch Paulus taufte sicherlich dort, wo dies nötig wurde und andere es nicht übernehmen konnten. Wer sich aber "Christ" nennt und meint, das Evangelium selbst auf Nachfragen bzgl. des eigenen Lebens oder der "Hoffnung die in einem lebt" nicht vermitteln zu brauchen (1.Petr. 3,15; Eph 6,15), dessen Glaube ist sehr wahrscheinlich so tot wie der Leib ohne Geist tot ist. Und so verhielte es sich auch mit solchen, die die Taufe auf Bitten ablehnen würden, wo sie notwendig ist. Aber solche Art von Verweigerung würde ich den Amish nicht unterstellen wollen. Eher etwas anderes:

In dem Film "Amische auf Abwegen" wird deutlich, wie leicht es anscheinend ist, als tatsächlich Ungläubiger wieder in die Amische Gemeinschaft aufgenommen zu werden, wenn man lediglich deren Regelwerk bzw. die Autoritäten akzeptiert. Und andererseits wird es - angesichts der Verhältnisse draussen, u.a. im Miteinander und in der Arbeits(losen)welt - durchaus von manchen als "Paradies" empfunden, sich diesem amischen Regelwerk zu unterwerfen. Dort gibt es nämlich reichlich (gerechte!) Arbeit und auch erheblichen Wohlstand (in biblischer Relation Reichtum!) - wenn auch auf "antiquierte" Art. Daher auch der bedenkliche Titel der obigen BBC-Dokumentationen. So gesehen dürfte es unter den Amischen eine erhebliche Zahl von Personen geben, die entweder das Evangelium gar nicht wirklich verstanden haben (die Bibel und ihre Begrifflichkeiten sowieso nur begrenzt), oder aber aus irgendwelchen Gründen sich lediglich - zum eigenen Vorteil - deren Regelwerk unterwerfen. Ohne aber nach biblischer Definition an Gottes Wort zu glauben. Somit wird letztlich - trotz gewisser Verfahrensweisen der Gemeindezucht - eine Gemeinschaft mit u.a. bewussten Sündern konstruiert. Nach biblischer Definition ein Behältnis mit "reinem" Teig und "Sauerteig" und damit zum geistlichen Untergang verurteilt. Dazu kommt noch die Verführung durch den Reichtum. (Vergleiche dazu Die Entscheidung)

Natürlich können die Filme nur Eindrücke vermitteln - was man eben den Dokus entnehmen kann (oder auf Basis einiger Schriften, die ich etwa las), endgültig beurteilen kann man nur die jeweilige Amish-Gemeinschaft, da die Gruppen unterschiedlich geführt werden bzw. unabhängig sind. Sofern aber in einer Gemeinschaft aus angeblichen "Christen" irgendwo (subtile) Zwänge herrschen oder aber man Gottes Wort gar nicht richtig versteht - oder  Vorgehensweisen nicht richtig erklärt, ist immer mächtig etwas faul.

Daß Zwang oder "gnadenlose Korsette" - wie unter obigem Link auf Geiernotizen so genannt - nicht "christlich" sein können, dürfte klar sein. Aber warum vor allem? Natürlich deshalb, weil ein Christ Gottes Geboten freiwillig folgt. Weil letztlich die Gebote Gottes im Gebot zur Nächstenliebe "einheitlich zusammengefasst" sind, braucht es auch keine Gesetze für alles mögliche im Detail. Das meint die "Freiheit", von der in der Bibel die Rede ist - von vielen gerne als "Freiheit zum sündigen" oder "Freiheit für das Fleisch" verdreht. Gesetzlichen Zwang braucht es nur für die, die das gar nicht tun wollen (1.Tim 1,8-10) - was sich in der Bibelstelle auf Ungläubige bezieht. Dazu gehören nach biblischer Definition auch die, die sich zwar "Christen" nennen, aber "fleischlich", d.h. in bewusster Sünde, leben wollen. Nämlich Pseudo-Christen. Anders gesagt: Wer Gebote aus Einsicht befolgen möchte, lebt zwar ebenfalls mit den Geboten, sieht sich aber gar nicht gezwungen und braucht folglich auch keine exakt definierten Gesetze (und deren Zwangsdurchsetzung durch Gerichte oder Älteste) für alles mögliche. Wo "Zwang" tatsächlich vorhanden ist, da handelt es sich also nicht um Christen.

Klar abzugrenzen vom Zwang sind Zurechtweisungen und daraufhin letztlich doch freiwillige Weisungsbefolgung aus Einsicht, solange sich diese Zurechtweisungen durch Röm. 13,8-10 und die Bibel insgesamt rechtfertigen lassen. Das wäre dann nämlich Teil der "Gemeindezucht" und wurde von den Aposteln praktiziert und auch angemahnt - zum Vorbild für die Christen. Aber: Einsicht kann nur erfolgen, wenn man etwas versteht, was bei den Amish anscheinend oft - mangels Erklärungsbereitschaft - nicht erfolgt. Zurechtweisung ist das eine, Verständnis derselben das andere. Grundsätzlich muss für christliche Gemeinschaften auch klar sein, daß Maßnahmen der Gemeindezucht (1.Kor. 5) biblisch geboten sind und ebenfalls nichts mit Zwang zu tun haben. Sie dienen in einer christlichen Gemeinschaft ja auch nicht dazu, dem Ausgestoßenen Schlimmes anzutun oder gar die in der Gemeinschaft zurückbleibenden Angehörigen (zum Beispiel Eltern) zu "bestrafen", weil ihr Sohn zum Beispiel ausgestossen wurde. Im Gegenteil! Stattdessen dienen solche Maßnahmen dem Zweck, den Ausgestossenen zur Umkehr zu bewegen und damit für das ewige Leben zu erretten. Hintertreiben Angehörige solche Maßnahmen, dann hintertreiben sie genau diesen der Nächstenliebe dienenden Zweck und ermöglichen es beispielsweise, daß der oder die Ausgestossene nicht ernsthaft glaubt, an seinem Verhalten etwas verändern zu müssen oder daß er meint, seine Eltern oder jeweiligen Bezugspersonen kämen gar auf die Idee, ebenfalls die Gemeinschaft zu verlassen.

Autos abzulehnen - wie es viele Amish und Old-Order-Mennoniten tun - wäre gemäß o.g. Argumente tatsächlich mit der Bibel zu rechtfertigen und auch geboten. Viele "formale" Anweisungen der Amish tragen der Entwicklung Rechnung, daß - in immer schnellerem Takt - neue Moden, Trends oder technische Neuentdeckungen und -entwicklungen geschehen, die man vor allem kommerziellen oder zeitgeistbedingten Interessen unterwirft. Aber was bedeutet Unterwerfung unter solche Moden, Trends, Entdeckungen und Entwicklungen aus biblischer Sicht? Fortschritt? Nein. Regelmässig werden sie nicht ausreichend darauf geprüft, ob sie dem Menschen schaden bzw. ob sie ihm zum Guten dienen. Auch in geistlicher Hinsicht. Man prüft sie nur hinsichtlich ihres zweckbestimmten, v.a. kommerziellen Nutzens. Eine Missachtung dieser Dinge und derart unkritische Anwendung bedeutet aus christlicher Sicht völlige Ungeistlichkeit und Verweltlichung sowie Unterwerfung unter Technologie, Zeitgeist und Mammon.

Daß es in den Anweisungen der Amish (z.B. bei der Kleidung) um eben diese Dinge geht, wird etwa in der Doku "The Amish - a people of preservation" in unter anderem folgendem Zitat recht gut deutlich.

"The Amish make their clothing express obedience to the "Ordnung" of the congregation and the suppression of "Hochmut" and Pride. The opposite of "pride" is "Demut" or humility. "Demut" is what you would like to be characterized by, because this is godliness."

"Die Amischen fertigen ihre Kleidung als Ausdruck von Gehorsam zur "Ordnung" der Glaubensgemeinschaft und der Unterdrückung von Hochmut und Stolz/Hoffart. Das Gegenteil von Stolz ist Demut oder Bescheidenheit/ Ergebenheit. "Demut" entspricht dem, wie man charakterisiert werden möchte, denn das ist Gottesfürchtigkeit."

Wer sich näher mit der Bibel auseinandergesetzt hat, dem dürfte klar sein, daß "Demut" eine jener Eigenschaften ist, die Gott essentiell wichtig sind (Mt 18,2-4; 11,29), während Hochmut seit jeher der Menschen Untergang war (Jer 6,16-19; Spr 16,18). So verhält es sich bei den Amish - im Prinzip - auch mit vielen anderen Regularien, auch bei  technischen Dingen. Solche Dinge vom Prinzip her abzulehnen oder zu tun wie die Amish sie oft seitens ihrer Ältesten anweisen, wäre also - zumindest teilweise - christliche Selbstverständlichkeit, zu denen man allerdings - gemäß dem was ich oben geschrieben habe - keinen Zwang oder Gesetze für alles mögliche brauchen sollte. Schafft man sich solche Gesetze für alles mögliche, so wäre es gemäß der Bibel das jüdische Prinzip des alten Bundes: Gesetze, bis ins Detail reguliert zu befolgen (s. Gal. 5,1-4).

Die meisten Dinge lassen sich also bzgl. ihrer Eignung für Christen sehr einfach daran festmachen, ob Sie uns oder den Mitmenschen in irgend einer Weise - körperlich oder geistlich - schaden. Da es aber Dinge gibt, deren Schaden sich nicht unbedingt sofort erschliesst (etwa weil er sich erst langfristig, oder bei Massenanwendung zeigt), denke ich, daß gegen Leitlinien samt Erklärungen derselben und entsprechende Vorbilder (die Ältesten) in einer christlichen Gemeinschaft nichts einzuwenden sein dürfte. Die technische Entwicklung der Erde verlief über Jahrtausende trotz äusserst raffinierter technischer Konstruktionen, und klügster Denker (vgl. u.a. Heron von Alexandria) ohne erhebliche Veränderungen. Teilweise gab es - in Differenz zu weniger entwickelten Kulturen - sogar erhebliche Rückschritte. Nicht nur bei so einfachen Dingen wie dem WC. Wer sich mit dem Altertum und hochentwickelten Kulturen wie den Römern und ihren Technologien im Vergleich zum Spätmittelalter auseinandergesetzt hat, wird wissen, daß die wirkliche technische Wende erst mit der industriellen Revolution eingesetzt hat, weil durch sie eine Vielzahl an für die Technologie essentiellen Grundlagen erzeugt wurde, die vorher wenn überhaupt nur teilweise oder lokal vorhanden waren. Zum Beispiel Stahl und Energieträger in Masse sowie standortunabhängige Kraftmaschinen.

Diese Grundlagen schufen neue Grundlagen, diese wiederum wurden immer mehr erweitert und seitdem beschleunigen sich - quasi in "Verselbstständigung" - die technischen Neuentwicklungen und Moden und die Menschheit befindet sich regelrecht im - immer schnelleren - "Endspurt". Jetzt könnte man stolz bzw. hochmütig sein und in letztlich apokalyptische Begeisterung über diese Errungenschaften der Menschheit verfallen - oder aber begreifen, daß dieser "Endspurt" letztlich vernichtend ist. Das lässt sich eigentlich bereits anhand der Weltnachrichten erahnen, ohne die Bibel diesbezüglich zu lesen (Lukas 21 u.a.). Warum sollte ein Christ an diesem gottlosen "Endspurt" zur Vernichtung der Welt teilnehmen? Und andererseits: Hat er die Zeit, über diese ständigen technischen Neuerungen zu recherchieren und deren - nicht selten verborgenen - Gefahren zu ergründen? Die Lobby der machtvollen und milliardenschweren Konzerne und Interessenten solchen Entwicklungen werden jedenfalls keinen Beitrag dazu leisten. Im Gegenteil. Er könnte diese Zeit also wenigstens zu besserem, zum Guten, nutzen, wie es Gott erwartet. Das Anhalten der "Uhr" der Moden, Styles und vieler technischer Entwicklungen kann daher auch aus diesen Betrachtungswinkeln für das eigene Leben nur sinnvoll sein. "Fortschrittsfeindlich" wäre dieser Lebensstil nur im Sinne der Verhinderung des Fort-Schrittes in den Abgrund. Vielmehr wäre er verantwortungsvoll, wert-schätzend und wert-erhaltend, ja theoretisch welt-erhaltend, würden alle Menschen tatsächlich insgesamt nach Gottes Willen leben wollen.

Gebraucht man aber tatsächlich Zwang oder würden solche Leitlinien zu einer Art von neuem "Katechismus" (der dann anstatt der Bibel befragt wird oder angewandt wird, um diese zu verstehen) so ist etwas grundlegend in einer (christlichen) Gemeinschaft faul. Machen die Mitglieder in ungeistlicher Weise was sie wollen, dann aber ebenso. "Tue was du willst, soll sein das ganze Gesetz" stammt nämlich aus satanischen Reihen, man recherchiere. "Tue was du willst" ist auch deshalb falsch, weil in der Bibel das Gebot Jesu zur Einheit gilt (vgl. auch Jesu Gebet in Johannes 17), als klar ungeistliche Beispiele werden Zank und Zerwürfnis bzw. Spaltung genannt, wovon nur Spaltung aus Gründen von Irrlehren und Ungeistlichkeit unterschieden werden muss. Ausserdem: Wenn manche in der Gemeinschaft für technische Neuerungen, neue Moden u.s.w. einem Bruder oder einer Schwester Gewissensprobleme oder Verführung bereiten, dann ist das ebenso völlig ungeistlich und gegen Gottes Gebot zur Nächstenliebe. Wie wollte er seine vermeintlichen Vorteile aus der technischen Neuerung gegen den Bruch dieses höchsten Gebotes rechtfertigen? Amish, die sich vor den Augen ihrer Geschwister zum Beispiel in Autos setzen (oder sie davon erfahren), die handeln entsprechend. Es war aber nicht mein Eindruck, daß Ephraim Stoltzfus u.s.w. das wirklich klar war bzw. ist. Aber zu diesem Thema hatte ich mich ja am Ende der Vorseite schon geäussert.

Was die "Denominationen" betrifft (wie unter dem Link auf Geiernotizen kritisiert), so ist mir nicht sicher bekannt, ob sie sich heute noch alle nach Ammann (oder bei den Old-Order-Mennoniten Simons) benennen, oder teilweise nur von anderen so genannt werden und sich selbst zum Beispiel "A people of preservation" (s.o.) oder ähnlich nennen. Im Film (BBC) wird für die ehemalige Gemeinschaft von Ephraim Stoltzfus ausgesagt, sie würden sich "Amish people" nennen. Die diesbezügliche Klärung für die jeweilige (autarke) Gemeinschaft ist natürlich entscheidend, wenn man jemandem vorwirft, sich nach einem menschlichen "Führer" an Stelle von Jesus dem Gesalbten (Christus) zu benennen. Würden sie sich selbst so nennen, so wäre das natürlich - wie zum Beispiel auch bei den Lutheranern - wirklich entgegen biblischer Anweisung für Christen.

  

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